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Kindesaussetzung Und Moral in Der Antike Christina Tuor-Kurth

Kindesaussetzung Und Moral in Der Antike

Christina Tuor-Kurth

Published December 9th 2009
ISBN : 9786613761873
ebook
406 pages
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 About the Book 

Die Aussetzung neugeborener Kinder, fr moderne Moral fraglos unmenschlich und grausam, kam in den antiken Gesellschaften rund ums Mittelmeer vor. Daraus kann allerdings nicht der Schluss gezogen werden, Kindesaussetzung sei in der Zeit der Antike einMoreDie Aussetzung neugeborener Kinder, fr moderne Moral fraglos unmenschlich und grausam, kam in den antiken Gesellschaften rund ums Mittelmeer vor. Daraus kann allerdings nicht der Schluss gezogen werden, Kindesaussetzung sei in der Zeit der Antike ein ganz alltgliches Phnomen gewesen. Zum einen lsst sich ber deren Hufigkeit aus der Distanz von mehr als zweitausend Jahren nichts Sicheres sagen. Zum anderen gab es eine namhafte Zahl an Texten antiker Schriftsteller, in denen Kritik an der Kindesaussetzung gebt wird. Die entsprechenden Quellen sind in der vorliegenden Studie erstmals gesammelt und vergleichend analysiert. Sie zeigen ein klares Bild: Antike Menschen empfanden eine Kindesaussetzung als der Natur widersprechend und als gottlos. Eltern, die derartiges erwogen, wurden als gefhllose, rohe Menschen bezeichnet. Im Bereich des Religisen gab es Manahmen wie der Ausschluss vom Heiligtum fr eine bestimmte Zeit oder das Bezahlen einer Geldstrafe. Und wenn es auch bis ins 4. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung kein explizit gesetzliches Verbot der Kindesaussetzung gab, so waren etwa die frhen Christen sicher, dass ein solches Tun dereinst am Ende der Tage bestraft wrde. Die antike Kritik an der Kindesaussetzung ist Zeugnis fr eine breite Ablehnung derselben in den antiken Gemeinschaften verschiedener Zeiten und Orte. Sie zeigt aber auch, dass Kindesaussetzung keine Praxis sog. primitiver Vlker war, sondern dass dahinter meist konkrete Nte wie Armut oder uneheliche Geburt standen.